Freitag, 11. Oktober 2013

Über Tagesmütter, Kindergärten & eine Großtagespflege.

Vor ein paar Wochen flatterte eine Einladung ins Haus. Mein Arbeitgeber lud zum Tag der Offenen Tür der neuen Großtagespflege für Kinder von 0-3 Jahren ein. Ich bin Krankenschwester und kann mich über fehlende Familienfreundlichkeit im Job nicht beschweren. Zur Zeit genieße ich noch die Elternzeit und gehe nächstes Jahr wieder arbeiten.

Als Paul geboren wurde, stand für mich außer Frage, dass mein kleiner Sohn jemals vor seinem 3. Geburtstag fremdbetreut wird. Keiner kann es schließlich besser als die Mama! Ganz klar. Oder?

Seit ein paar Monaten beschäftige ich mich immer mehr mit dem Gedanken, dass Paul schon mit zwei Jahren in die Kita soll. Ich merke, dass ich ihm zuhause diese ganzen Möglichkeiten gar nicht bieten kann. Er liebt andere Kinder sehr und strahlt bei den wöchentlichen "Mama-Kinder-Treffs" immer über beide Ohren. Ich bin keine Mutter, die ihr Kind von morgens bis abends bespaßen kann bzw. möchte. Paul fordert viel Aufmerksamkeit, die ihm zusteht. Wenn er dann schläft, sinke ich manchmal müde auf der Couch zusammen und muss mich erstmal regenerieren. Die Nächte sind teilweise immer noch sehr  hart und ich wünsche mir manchmal einfach ein paar Stunden nur für mich.


Das Angebot von meinem Arbeitgeber klang für mich sehr spannend. Ein Haus wurde gekauft, renoviert und zur Großtagespflege umgewandelt. Für neun Kinder ist dort Platz und zur Zeit werden fünf Kinder von zwei Tagesmüttern dort betreut. Ab dem sechsten Kind wird eine Tagesmutter dazu kommen. Bei Bedarf besteht sogar eine Übernachtungsmöglichkeit. Für alleinerziehende Mütter die im Schichtdienst arbeiten - optimal!


Wir wurden sehr lieb begrüßt, durch die Räumlichkeiten geführt und konnten viele Fragen stellen. Der kleine Räuber war direkt ganz begeistert und hat direkt losgespielt.


Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Spielraum, die Küche, WC und ein riesen Garten. Im Obergeschoss befinden sich die Schlafräume und ein großes Bad mit Wanne.


"Nach draußen gehen wir jeden Tag, schlechtes Wetter kennen wir nicht...!" Die Bilder auf den Plakaten sprachen Bände.  Es wurden Kastanien gesammelt, geturnt und sogar einen Ausflug in den Park gemacht.

Paul und ich sind nach ein paar Stunden glücklich und müde nach Hause gegangen. Es war ein toller Nachmittag, der mich nochmal zum Nachdenken gebracht hat. Warum eigentlich erst im Sommer? Was spricht gegen Anfang des Jahres? Es wären ja nur ein paar Stunden in der Woche...


Die ganze Atmosphäre hat mich so begeistert und der kleine Mann war so zufrieden. Ich glaube, dass wir daraus beide profitieren würden. Erstmal alles mit dem Räuberpapa besprechen und genau überlegen.

Wie sind eure Meinungen zu dem Thema? Ab wann gehen eure Kleinen zur Tagesmutter oder in den Kindergarten? Ich freue mich auf verschiedene Meinungen und Erfahrungsberichte!

Einen schönen Abend und ein entspanntes Wochenende wünsche ich euch,

Laura

Kommentare:

  1. Ich habe mir so lange den Kopf über dieses Thema zerbrochen. Und in unserem Fall war es perfekt. Kalea liebt es bei der Tagesmutter und spielt sogar teilweise schon richtig MIT den anderen Kindern. Sie hat so viel gelernt und ihr geht es blendend. Eigentlich war ich früher immer der Meinung, am besten wäre sie in einer Kita aufgehoben, aber da stehe ich nicht mehr dahinter. Bis sie 3 ist darf sie so toll betreut werden. :)
    Toller Arbeitgeber! :)

    LIebe Grüße
    Tanja

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  2. Das ist ja ein tolles Angebot. So etwas schönes gibt es bei uns in der Nähe gar nicht!
    Als ich erfahren habe das ich schwanger bin wollte ich natürlich auch am liebsten 3 Jahre lang für meinen kleinen da sein. Aber auch bei uns klappt dies nicht, denn wie du schon sagst man kann sein Kind nicht 24 Stunden am Tag beschäftigen und auch ich falle am Abend platt auf mein Sofa und bin froh wenn der Wirbelwind im Land der Träume ist damit ich etwas Zeit für mich habe! Lian geht ab dem 01.11.2014 in den Kindergarten (ein Dorf weiter). Es ist ein ganz kleiner Kindergarten mit zwei Gruppen und er hat mir gut gefallen bei der Besichtigung. Mein Freund war früher auch in diesem Kindergarten und hatte die gleiche Kindergärtnerin die Lian bekommen wird! Ist schon lustig!:) Falls ich früher wieder anfange zu Arbeiten wird er zwei Tage in der Woche bei seiner Oma bleiben. Wird sich in den nächsten Monaten klären... Eigentlich kann ich mir noch gar nicht so richtig Vorstellen wieder arbeiten zu gehen (aber was muss, dass muss)! Liebste Grüße Lena

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  3. Hallo... Für uns stand immer fest, dass wir nur 14 Monate Elternzeit haben werden zusammen. Beim ersten Kind war ich zwei Monate zu Hause und mein Mann 12, beim zweiten Kind ich 12 und mein Mann zwei. Hieß für uns auch von Anfang an, dass beide Rabauken mit 13 Monaten die Eingewöhnung starten würden.
    Für uns stand auch eigentlich von Anfang an fest, dass es in eine Kita geht. Großpflegestelle, so wie du sie jetzt beschreibst, gab es bei uns nicht. Eine Abhängigkeit direkt von einer Tagesmutter kam für uns nicht in frage. Klar alles kleiner als in der Kita etc. Aber abhängig von einer Person, die ja oft auch selber noch Kinder haben. Nein das ging mit meinem Kopf nicht zusammen.
    Und ich habe in den letzten 5 Jahren auch im bekannten- und Freundeskreis genug gehört, wo sich meine Meinung auch bestätigt hat.
    Der Große ging mit 13 Monaten in eine Kita mit festen, altershomogenen Gruppen. Nach unserem Umzug musste er auch die Kita wechseln, und auch das Konzept - offenes Konzept. Anderes gibt's in unserer Gemeinde nicht. Die Kita ist toll, die Erzieher engagiert - aber er hat einige zeit gebraucht, um sich auf das offene Konzept einzulassen.
    Das Minikind kam ebenfalls mit 13 Monaten in die Eingewöhnung. In die Kita des großen Sohnes. Und liebt es. Tränen Fehlanzeige.
    Wir sind nach wie vor sehr zufrieden.

    Und wir für uns würden immer wieder so handeln.

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  4. Ganz ehrlich - ich würde bekloppt werden, wenn ich mein Kind bis zum dritten Lebensjahr allein betreuen müsste. Echt jetzt. Gerade beim ersten Kind wusste ich schon gegen Ende des ersten Lebensjahres manchmal nicht, wie ich mein Kind den ganzen Tag sinnvoll beschäftigen soll. Ich war total froh, als er mit 13 Monaten zur Tagesmutter ging und finde es nach wie vor eine gute Entscheidung.

    Jetzt beim zweiten werde ich wohl etwas länger Zuhause bleiben, weil ich auch einfach entspannter bin und weiß, dass ich das Kind gar nicht 24/7 bespaßen muss, beim Großen dachte ich das noch. Mit meiner neuen Einstellung kann ich die Zeit mit dem Bebie Zuhause auch mehr genießen und er macht eben bei meinem Tag mit und nicht mehr umgekehrt, dass ich seinen Tag gestalte. Weißt du was ich meine?! :D

    An deiner Stelle würde ich einfach auf mein Bauchgefühl hören, es muss ja schließlich zu euch passen. Wenn du glücklich und zufrieden bist mit Paul Zuhause spricht ja nichts dagegen, dass es so bleibt. Wenn du aber denkst er wäre dort in der Betreuung besser aufgehoben bzw. es würde euer und sein Leben bereichern, wieso nicht? :)

    Liebe Grüße
    Isa

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  5. Hey!
    Bei meiner Tochter,die jetzt schon 8 ist,stand für mich auch ganz klar fest,sie kommt erst mit 3 in den Kindergarten.So haben wir es auch gemacht damals.Aber es war hart.Sehr hart.Für uns beide.Sie hat lange gebraucht bis sie sich dort eingelebt hatte.Bzw.so richtig hat sie das nie in ihrem ersten Kindergarten.Sie hat morgens geweint.Ganz bitterlich.Oft mußte ich sie schon früher wieder abholen,obwohl sie nur einen Platz bis 12 Uhr hatte.Auch hatte ich den Eindruck,daß sie Angst vor der ein oder anderen Erzieherin hatte.
    Nach 4 Monaten mußten wir sie eh rausnehmen,da wir plötzlich umziehen mußten.
    Sie kam dann in einen anderen Kindergarten,der auch von den Räumlichkeiten viel schöner war.Sie hat sich vom ersten Tag an wohl gefühlt und hat auch gleich eine Freundin.Dennoch hatten wir immer kleine Einbrüche wo sie geweint hat oder nicht gehen wollte.Sie ist allerdings auch ein ruhiges zurückhaltenes Kind.
    Dann kam Ben.
    Bei ihm haben wir schnell beschlossen das er schon mit zwei in die Kita kommt und über Mittag dort bleibt.Also bis 14 Uhr.Denn bei Amelie haben wir festgestellt,daß 12 Uhr ganz schön wenig Zeit zum spielen ist.Zumal ihre Freundinnen alle über Mittag blieben.
    Also haben wir es bei Ben anders gemacht.Es hat von Anfang an geklappt.Er ist jetzt seit August dort und fühlt sich sehr wohl.Klar hat er am Anfang auch geweint,als wir gingen.Aber das hat sich schnell gelegt.Wenn wir in bringen,ziehen wir ihn um,bringen ihn in die Gruppe und geben ihn einer Erzieherin auf den Arm.Wir verabschieden uns kurz und gehen dann schnell.Er wird abgelenkt und spielt dann auch ganz zufrieden.
    Ich denke wir haben alles richtig gemacht.Allerdings sollte man es vielleicht vom Kind abhängig machen.Ben ist nun ganz anders als Amelie.Sehr offen,nicht schüchtern und laut :)
    Probiert es doch einfach aus.Wenn es nur ein paar Stuinden in der Woche sind,wird es bestimmt gut klappen.
    Ich wünsch Euch alles Gute!
    LG
    Ronja

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  6. Hallo aus Holland!
    Habe heute dein Blog entdeckt und mich glatt festgelesen!
    Ich schließe mich Isa an, ich würde bekloppt werden, wenn mein kleiner Schlingel bis zum 3. Geburtstag den ganzen Tag mit mir zuhause wäre. Und du sagst ja selber auch, dass dein Kleiner total gerne bei anderen Kindern ist.
    Hier in Holland gibt es den Luxus bezahlte Elternzeit nicht (10 Wochen nach der Geburt hat man (bzw. frau) frei, danach kann man noch 2 Monate Vollzeit-Elternzeit nehmen, allerdings unbezahlt!). Und da ich meinen tollen Job nicht aufgeben wollte, konnte ich auch nicht so lange mit meinem Sohn zuhause zu bleiben. Mit knapp 6 Monaten kam er in die Kita, drei Tage die Woche. Und das ging von Anfang an gut! Die zwei Eingewöhnungswochen hat er problemlos gemeistert, er hat auch fast nie beim Abschied geheult, entwickelt sich super und kommt mit den Erzieherinnen gut klar. Ich persönlich fand es herrlich, um mich auch mal wieder mit etwas anderem zu beschäftigen als mit Haushalt und Kind. Aber das ist wie gesagt persönlich.
    Ein paar Stunden in der Woche ist doch klasse für den Anfang, das ist sowieso nicht zuviel, wenn ihm das da so gut gefallen hat, scheint mir.
    Alles Gute!
    Grüße, K.

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    1. Danke für deine netten Worte. :) Das macht mir Mut. Es wird schon alles gut gehen. Trotzdem zweifle ich manchmal ob es nicht doch zu früh ist. Naja. Wir werden es herausfinden!

      Lieben Gruß nach Holland,

      Laura

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