Mittwoch, 21. August 2013

Wie ist das eigentlich mit...

den Schwiegereltern?

Vor einer Stunde klingelte es an der Tür. Die Eltern vom Räuberpapa, samt Yorkshire-Hündin Nala standen vor der Tür. Glänzende Augen vor Vorfreude und auch etwas Unsicherheit guckten mich an.

Heute ist es also soweit. Paul ist das erste Mal alleine bei seiner anderen Oma und seinem anderen Opa.
Eigentlich sollte das keine große Sache sein. Schließlich ist mein großer Räuber bald 15 Monate alt und braucht seine Mami nicht mehr 24 Stunden am Tag.

Trotzdem macht sich auch bei mir leichte Aufregung breit. Wie wird Paul auf seine Großeltern reagieren, die er nicht jede Woche sieht? Fühlt er sich wohl?

Zur Zeit "klammert" Paul extrem und hängt ziemlich oft an meinem Bein. Morgens, wenn ich mit meiner Schlafhose in der Küche stehe, muss ich aufpassen, dass ich nicht plötzlich "unten ohne" da stehe. In einer Tour höre ich nur noch "Mamamamamamamamaaama!" und die kleinen Ärmchen werden dabei immer demonstrativ nach oben gerissen. Sobald die "Mamamamamaaa" aber mal mit ihrem Baby kuscheln möchte, ist das "dem jungen Wilden" aber zu doof und er will natürlich krabbeln und Unsinn machen.

Als meine Schwiegereltern Paul begrüßten, saß er ruhig auf dem Teppich und hat ein Knäckebrot geknabbert. Die große Begeisterung blieb aus. Aber kein Wunder, Paul braucht erst immer ein bisschen zum auftauen. Besonders nach dem Mittagsschlaf. Nachdem mein kleiner Junge alle Besucher genau unter die Lupe genommen hatte, wurde Hündin Nala ein leichtes Lächeln zugeworfen.

Ich habe richtig gemerkt wie die "Anspannung" meinerseits aber stieg, ein weinenden Räuber hätte mir das Ganze nicht wirklich leichter gemacht. Außerdem wollte ich meine Schwiegereltern mit einem positiv gestimmten Kleinkind losziehen lassen.

Schnell wurden noch alle letzten wichtigen Kleinigkeiten besprochen, Pauls Köfferchen gepackt und dann ging es auch schon ohne Tränen, im Kinderwagen Richtung Oma- und Opahausen.


Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, diese "Oma & Opa Tage" schon eher vorzuschlagen. Aber irgendwie hat mich immer etwas davon abgehalten. Ich war einfach noch nicht soweit.

Auch wenn ich manchmal echt an meine Grenzen komme, habe ich Paul super gerne um mich. Ich liebe es, mich mit anderen Mamis und ihren Zwergen zu treffen, in der Stadt Eis zu essen, den Lieblingsschweden unsicher zu machen oder einfach nur bei der Lieblings-Nachbarin im Garten zu sitzen und den Kindern beim spielen zuzugucken.

Meine Eltern sehen wir 2-3 mal in der Woche. Ich bin total gerne dort - Paul ist total gerne dort. Das Verhältnis ist super. Sie helfen uns wo sie nur können und wenn ich dort bin, kann ich mich fallen lassen und auch wieder etwas Kind sein. Meine Eltern sind halt meine Eltern und es ist normal, dass ich dort weniger Bedenken habe, wenn Paul alleine bei ihnen ist.

Die letzten Wochen ging mir aber ein Satz nicht mehr aus dem Kopf "Laura, du wirst auch mal Schwiegermama sein." 

Ohja. Irgendwann wird Paul vielleicht auch mal Papa und ich Oma (!?!) von einem zuckersüßen Enkel. Auch ich möchte irgendwie das Recht auf "Oma & Opa Tage" haben und wäre maßlos enttäuscht, wenn meine Schwiegertochter mit so einer grandiosen Idee nicht einverstanden wäre. Wofür hat man schließlich Großeltern? :)

Die Räuberpapa-Eltern haben sich über den Vorschlag gefreut und somit wurde direkt für heute der erste "Enkeltag" festgelegt.

Nun sitze ich hier, habe die Musik laut aufgedreht und meine Gedanken kreisen. Vielleicht nutze ich gleich noch die Gunst der Stunde und halte ein Nickerchen.

Was habt ihr für Erfahrungen und Meinungen zum Thema "Schwiegereltern"?!

Seid lieb gegrüßt,

Laura

Nachtrag: Paul hatte sehr viel Spaß und war super drauf! Jetzt schläft er und ich genieße meinen Feierabend!

Kommentare:

  1. Ich verstehe dich. Ich habe auch eine besseres Gefühl, wenn das große Mädchen bei meiner Mama ist, aber ich weiß, die Mutter meine Mannes, die liebt die kleine sehr und macht alles richtig. Dennoch hat es die Natur wohl so eingerichtet, dass wir Frauen unsere eigenen Mutter mehr vertrauen. Ich weiß das auch von meinen Freundinnen. Ich verstehe dich, aber ich bin mir auch sicher, die Schwiegermama wird das mit Paul prima meistern. Alles wird gut!

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    1. Na klar wird sie das :) Danke für deine lieben Worte!

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  2. Auch wir Mamas müssen das Loslassen lernen! Mir geht es genauso wie dir, aber auch bei meiner Mutter. Norea irgendwo abzugeben und sei es nur ein Spaziergang mit Oma ist immer mit etwas Bauchkribbeln und Aufgeregtheit verbunden, ich glaube, das braucht auch noch viel Routine und gute Erfahrungen, bis das weniger wird. Ist doch aber schön, dass du deinen Schwiegereltern den Weg nicht verbaust, sondern zulässt! Der Rest ergibt sich sicherlich von selbst!

    Liebe Grüße,
    Janina

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  3. Das Thema Schwiegereltern ist bei mir ein bisschen ... sensibel. Als Oscar geboren wurde, hatte ich in der Anfangszeit ziemlich viel Stress mit Jamie's Mutter da von ihrer Seite viele ungebetene Ratschlaege zum Thema Schreien Lassen, Stillem etc kamen.

    Daher gebe ich Oscar nur sehr ungern an sie ab. Das Vertrauen ist einfach nicht da (es ist dafuer einiges vorgefallen). Trotz allem versuche ich etwas relaxed an die Sache rangehen, da Oscar ja schon meine Eltern nicht so viel um sich hat. Alleim bekommen sie ihm trotzdem selten...eigentlich nur wenn Jamie und ich gleichzeitig arbeiten muessen. Was wirklich selten ist. Aber wie gesagt, wenn das Vertrauen (berechtigterweise) nicht da ist, faellt sowas schwer.

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  4. Ich könnte den Text blind lesen, ih weiß das geht nicht, nun ja auch ich hätte die Worte schreiben können. Ich kenne deine Gefühle zu gut. Und leider muss ich sagen das mein Sohn sehr wahrscheinlich nur zu meinen Eltern gehen wird. solange sie leben. Ich hab einfach zu keinem anderen Menschen vertrauen. Schon garnicht zu meiner Schwiegermutter, so schade es klingt. Der Taufpate von Davis- ja dem würde Ich mein Kind auch noch Anvertrauen, aber mehr? neeee. Ich bin auch noch nie großartig mit meinem Mann weggewesen. Ich verzichte da gerne drauf, weil Ich mich einfach nicht überwinden kann Ihn abzugeben. Ich plane dann lieber 1000 Aktivitäten die mit Kind gehen, als ohne Kind ;)
    In diesem Sinne- du bist nicht allein :)

    lG Isabella

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  5. Ich kann dich gut verstehen, ich hätte da auch so meine Bedenken, aber bei uns wohnen alle Großmütter (Großväter gibt es keine mehr) über 300 km weit weg, von daher wird es solche regelmäßigen Tage nicht geben. Aber ich habe meine Mutter mit Lotta besucht und war einen Abend mit einer Freundin aus und meine Mutter musste/sollte ihre Enkelin ins Bett bringen. Für mich war das ganz furchtbar und ich war wohl das reinste Nervenbündel, bis die erlösende SMS dann kam. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich überwunden habe, aber schwierig war es schon. Jetzt kommt ja der nächste Schritt mit der Tagesmutter, auch sehr schwierig, aber muss. Und die Kinder können das schon! Wir Mütter stellen uns da halt auch n bissle an :-)
    Liebe Grüße von einer ganz schlimmen Gluckenmutter

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  6. Das Thema Schwiegereltern ist bei uns halt eigentlich kein Thema, da sie ja in den USA wohnen.
    Aber als wir jetzt im Sommer dort waren hatte ich keine Probleme die Beiden mal fuer ein 1-2 Stunden da zulassen. Laenger waere bei Lucas wohl nicht moeglich gewesen, da er ja so ein Schreikind ist. Zu Anfangs hatte er auch viel mit Jetlag zu tun, und war um 3 Uhr nachts wach und wollte nicht mehr schlafen :-( Die Frau von meinem Schwiegerpapa ist dann aufgestanden und hat ihn mir abgenommen so dass ich wenigstens schlafen konnte :-)

    Grundsaetzlich gebe ich die Kids aber lieber meinen Eltern. Seit August wohnen die Kids und ich auch fuer ein paar Monate bei meinen Eltern, und sie finden das so toll. Und ich kann mich mal richtig erholen, muss z.B. nicht immer 2x am Tag kochen :-)

    Ich freu mich das Paul es gefallen hat und vielleicht moechtest du ihn jetzt ja öfters zu Oma und Opa geben.

    LG, Katja

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  7. Bei uns gibt es leider keine Schwiegereltern mehr und das macht mich oft sehr traurig. Klar, ich weiß nicht ob und wie ich mit ihnen klar gekommen wäre, aber irgendwo gehören Omas und Opas eben zum Leben der Kinder dazu. Ich finde es ganz ganz schade, dass meine Söhne mit "nur" einer Oma aufwachsen. Die Eltern meines Mannes sind beide schon verstorben und meinen Vater kenne ich nicht.

    Mittlerweile hab ich übrigens gar keine Bedenken mehr, meine Kinder bei meiner Mutter zu lassen. Anfangs, also nach der Geburt des Großen, war das ganz anders. Ich weiß nicht, ihc hab es meiner Mama einfach nicht zugetraut, zumal sie damals auch so ein paar Sprüche gebracht hat a lá du verwöhnst dein Kind, lass ihn mal brüllen, etc. Aber auch sie musste in die Oma-Rolle noch hinein wachsen und lernen, dass ich Dinge anders handhabe, als sie es bei mir hat und das trotzdem gute Kinder dabei raus kommen. :) Jetzt verstehen wir uns immer besser und als wir kürzlich für mehr als eine Woche bei ihr waren, war ich sehr froh, dass sie mir oft ein Kind abgenommen hat und auch der Große ständig was mit Oma machen wollte. Dabei ging mir wirklich das Herz auf. Umso mehr finde ich es schade, dass die Oma fast 400 km weit weg wohnt, aber daran lässt sich leider auch nichts ändern.

    Ich finds super, dass du deinen Schwiegereltern eine Chance gibst und du hast absolut recht - irgendwann werden auch wir Schwiegertöchter haben und uns freuen, wenn wir unsere Enkel mit umsorgen dürfen. :)

    Liebe Grüße
    Isa

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  8. Liebe Laura,

    mir geht es ähnlich! So ein paar Stunden hätte ich kein Problem, Paul bei den Schwiegereltern abzugeben, aber länger kann ich mir irgendwie so gar nicht vorstellen.
    Komisch, aber ich glaube auch, dass man den eigenen Eltern irgendwie mehr vertraut, vielleicht weil man einen ähnlichen Erziehungsstil erwartet. Andererseits hast du dich ja auch in deinen Partner verliebt, weil er so ist, wie er ist, und daran hat definitiv ja auch die Erziehung durch seine Eltern einen großen Anteil.
    Und ja, ich fände es auch furchtbar, wenn ich später mal eine böse Schwiegertochter habe, die mir meine Enkel vorenthält. Daher versuche ich, auch meine Schwiegereltern häufig mit einzubeziehen, obwohl ich zu meinen eigenen Eltern natürlich mehr Kontakt habe.

    Liebe Grüße und schön, dass Paul alles gut überstanden hat! ;)

    Julia

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  9. Jaaaaahaaa, Schwiegermütter...schwere Kost bei mir! Oberflächlich läuft zwar alles gut, aber wenn man tiefer gräbt könnte der Graben zwischen uns nicht tiefer sein... schließlich habe ich ihr ihren geliebten Sohn weggenommen -.- ich kann also dein leichtes Unbehagen nachvollziehen. Es ist genau wie du es sagts, deine Eltern sind etwas anderes- die kennt man an guten und schlechten Tagen, man kennt sie ganz alltäglich. Schwiegereltern eben nicht, zumindest nicht so gut! Also gibt man sein Liebstes ein kleines STückchen auch Fremden in die Hand und kann nie genau wissen wie sie in der einen oder anderen Situation wohl reagieren werden! Aber ich finde euren Enkeltag toll- vorallem weil es auch so klingt als wenn du deine Schwiegereltern sehr gern hast!!! Ganz liebe Grüße Sandra
    http://lebenzwischenseifenblasen.blogspot.de/

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  10. Ja ja diese Schwiegermütter, wie haben DIE nur Eure Ehemänner so gut hinbekommen, das Ihr sie Liebt?

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Ich freue mich über Fragen, Anregungen und liebe Worte. ♥