Dienstag, 16. Juli 2013

"Natürlich schläft mein Baby 12 Stunden am Stück. Deins doch wohl auch!?" - Part II.



So, mein kleiner Räuber hält seinen (hoffentlich) zweistündigen Mittagsschlaf und ich habe es mir mit selbst gemachtem Eistee auf der Terrasse bequem gemacht. Das Wetter ist einfach herrlich.

Wenn ich morgens aufstehe und durch die Jalousien schon die Sonne glitzern sehe, die Vögel zwitschern höre und den morgendlichen Geruch von Kaffee in meiner Nase wahrnehme, möchte ich direkt aus dem Bett springen und in den neuen Tag starten. 

Ich werde natürlich vor meinem Baby wach, damit ich schon in aller Ruhe den Staubwedel schwingen kann. Die frisch gewaschene Wäsche von gestern wird ordentlich in den Schrank sortiert und eine neue Maschine angestellt. Ich schreibe den Einkaufszettel und überlege mir, was ich dem kleinen Jungen leckeres kochen könnte. In der Zwischenzeit mache ich mich im Bad frisch und backe zeitgleich noch einen Kuchen. 

Ich fühle mich topfit und den Haushalt mache ich daher mit Links.

Hach. Wie wundervoll. 

Leider sieht die Realität etwas anders aus. Leider.

Im April habe ich Paul nach 10 Monaten abgestillt. Die Nächte waren eine Katastrophe und ich habe tagsüber nur noch im "Automodus" irgendwie funktioniert. 

Nach dem ich abgestillt hatte und Paul abends die Beba 1er Folgemilch bekam, wurden die Nächte besser. Besser heißt für uns, 4-5 Stunden Schlaf am Stück. Mein Herzrasen, was ich ab und an sogar hatte, ging weg. Ich konnte in Ruhe einschlafen, ohne den Gedanken, dass es sich eh nicht lohnen würde, weil mein Milchmonster gleich wieder nach mir rufen wird.

Alles könnte so schön sein. Wenn Paul sich nicht (nach nur 3 Wochen!) plötzlich noch einen schlimmeren Rhythmus als vor dem Abstillen ausgetüftelt hätte.

Länger als 2 Stunden am Stück schläft er selten. Oft wird er im 30 Minuten-Tackt wach oder ein echter Luxus sind 1 1/2 Stunden. 

Zweimal in der Woche hat er nächtliche Wachphasen, die um 0 Uhr beginnen und wenn wir Glück haben um 2 Uhr enden. 

Beruhigen lässt er sich nur durch seine geliebte Reismilch. Oft trinkt er 2 kleine Flaschen in der Nacht. Er braucht dieses Nuckeln. Aber alleine der Nucki ist ihm zu blöde - da kommt ja schließlich nichts raus.

Es spielen sicherlich seine extremen Entwicklungsschübe und seine Zähnchen eine große Rolle. Aber dass Paul seit über 2 1/2 Monaten am Stück jede Nacht schlecht schläft, finde ich langsam ungerecht. 

Auch eine Mama braucht mal eine Nacht in 4 Wochen, in der sie länger als 2 Stunden schlafen darf. Oder?

Zum Glück hat der Räuberpapa oft Spätschichten und ist der perfekte Hausmann. Ich kann mich so glücklich schätzen, denn ohne ihn wäre es morgens alles andere als schön.
Ich darf meinen Akku dann noch etwas auftanken, während die Waschmaschine von meinen beiden Männern angestellt und die Küche geputzt wird. 

Natürlich gibt es weiterhin die netten Ratschläge.
  1.   "Lass dein Kind doch mal schreien, der ist jetzt 1 Jahr alt und kann das ab!" 
  2.   "Da bist du selber Schuld, du hast ihm das angewöhnt! Lass ihn in seinem Zimmer schlafen, dann hörst du ihn nicht!"  
  3.   "Nimm doch die 3er Milch. Der Arme hat bestimmt noch Hunger."
Es kann schon sein, dass Paul kein Durst hat. Aber woher wissen die Menschen das? Wenn ich nachts aufwache und das Verlangen nach Flüssigkeit habe, trinke ich. Manchmal habe ich auch kein Durst, trinke trotzdem - aus Angewohnheit.

Fakt ist: Schreien lassen kommt für mich nicht in die Tüte! 

Aus lauter Verzweiflung habe ich gestern der netten Still- und Schlafberaterin (die mir schon beim Abstillen so toll geholfen hat) geschrieben und meine Situation geschildert.
Nächste Woche treffen wir uns. Ob sie mir wirklich helfen kann, ich weiss es nicht. 

Aber manchmal tut es einfach nur mal gut, seinen Frust loszuwerden und zu hören, wie toll man das alles macht. Außerdem hilft die Gewissheit, dass es noch viele andere Mamas gibt, die in der gleichen Phase feststecken. :)

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Bis dahin, genießt den Sommer, lasst die Putzlappen für eure Männer liegen und raus in den Garten!

Viele Grüße,

Laura



 


Kommentare:

  1. Du arme ich kann dich gut verstehen. Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld in dieser Zeit.
    Was bei uns super hilft ist das Familiebbett die Räuber lieben es, vielleicht braucht er Nachts einfach mehr deine Nähe. Und wegen dem trinken probiers mal mit Wasser Nachts, einfach standhaft bleiben, irgendwann wirds ihn bestimmt zu blöd..
    Schreien lassen find ich auch schrecklich.
    Ich drück dir feste die Daumen ihr schafft das♥
    Die Räuberbande

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    1. Hey.

      Paul hat von die ersten 10 Monate nur bei uns im Bett geschlafen und schläft jetzt in seinem Bett (meistens ohne Probleme) ein. In der Nacht holen wir ihn oft zu uns.

      Seit Schlafverhalten ist in beiden Betten identisch.

      Das mit dem Wasser werde ich mal ausprobieren. Reismilch ist zwar wie Wasser, aber durch den leicht süßlichen Geschmack vielleicht ein Ticken beliebter.

      Danke für die lieben Worte!

      Ganz liebe Grüße an euch,

      Laura

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  2. Ohje ich kann mir vorstellen das du ziemlich erschöpft bist.
    Ich hoffe das diese Phase bald vorbei ist und Paul besser schlafen kann.
    Ich habe eine Bekannte die genau das gleiche (Problem) hatte. Ihre Tochter wurde auch jede Stunde wach ihr hat das geholfen: http://baby-durchschlafen.com/BabySchlafBuch.html
    Vielleicht hilft es dir auch.
    Ich weiß nicht 100% um was es dort geht, aber seit sie es so macht schläft ihre Tochter 12-13 Stunden am Stück durch.
    Die Still und Schlafberaterin kann dir bestimmt auch gute Tipps geben wie es wieder besser klappt.
    Schläft Paul im Familienbett oder hat er sein eigenes Bettchen?
    Unser Sohn schläft erst durch seit er in seinem eigenen Bettchen schläft.
    Leider konnte ich nur drei Monate stillen. Nachdem mein kleiner die Flasche bekam hab ich ihn jede Nacht um 20.00 Uhr in sein eigenes Bettchen gelegt. Seit dem schläft er seine 12-13 Stunden am Stück. Wenn er zwischendurch mal mit mir zusammen einschläft im Familienbett dann schläft er sehr unruhig und wacht viel auf und morgens schläft er auch nicht so lange. Ich habe überhaupt nichts gegen das Familienbett aber ich denke vielleicht ist nicht jedes Kind dafür gemacht. Unser mag es gar nicht. Ich hab das Gefühl er braucht seinen eigenen kleinen Ort an dem er zur Ruhe kommen kann. Vielleicht ist es auch einfach die Gewohnheit. Jeden Abend gibt es um 19.30 Uhr sein Abendbrei dann neue Windel und ab in den Schlafanzug+Schalfsack, dann sing ich ihm während ich ihn Bett fertig mache ein Gute Nacht Lied vor und lege ihn dann ins Bett, drehe die Spieluhr auf und geb ihm seine Wasserflasche mit ins Bett. Er schläft innerhalb von 10 min. meißtens ein und ohne zu weinen. Genauso läuft es Mittags bei uns ab. Er kennt es nicht anders! Jedes Kind ist ja so unterschiedlich deswegen denk ich das die Schlafberaterin dir bestimmt helfen kann das du auch mal wieder eine Nacht entspannt durchschlafen kannst! :)
    Ganz Liebe Grüße Lena
    (Und Kopf hoch, ihr werdet das hinkriegen!)

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    1. Hey Lena.

      Schön von dir zu lesen! :) Danke erstmal für deine lieben Worte und deinen kleinen Einblick in euren abendlichen Ablauf.

      Die Seite werde ich mir mal in Ruhe durchlesen. Paul schläft seit ein paar Monaten in seinem Bett. Wir holen ihn aber oft nachts in unser Bett weil ich das Familienbett vermisse und aus Bequemlichkeit.

      Das Schlafverhalten ist aber in beiden Betten identisch. Der Ablauf ist bei uns auch fast immer gleich. Leider ändert dies trotzdem nichts. Habach. 12-13 Stunden. Du Glückliche. Wacht er gar nicht auf?

      Ich bin gespannt was die die "Schlafberaterin" noch für Tipps hat. :)

      Liebste Grüße an dich und deinen Räuber,

      Laura

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  3. Ich fühle mich dir unbekannterweise verbunden. Der Zwerg war so ähnlich. Er hat sich aber mit 10 oder 11 Monaten abgestillt, weil er da mal 3 Nächte durch schlief. Ich dachte nach Monatelangem alle 1-2 Stunden stillen wäre es jetzt vorbei und er würde durchschlafen. Pustekuchen :D Erst half Wasser die 2-3 mal die er kam. (komischerweise sogar monatelang.) Doch irgendwann schrie er die Nächte durch und hatte Hunger. Hier gab es auch die Reismilch-Flasche. Und er schlief nur noch mit der Flasche ein. Ich fühlte mich ernsthaft doof. Und hatte ein schlechtes Gewissen, sollte so ein Kind doch nicht Dauernuckeln. Ich blieb also wach, bis er eingeschlafen war und nahm ihm dann die Flasche ab. Er brauchte seine Zeit. Und irgendwann mit ich glaube knapp 19 Monaten erklärte ich ihm abends, dass er jetzt nachts nur noch Tee bekommen würde, große Kinder machen das so. Und er akzeptierte es. Erst gab es Tee aus der Flasche und jetzt mit fast 24 Monaten sind wir bei Wasser aus dem Becher. Er wacht nachts immer noch 1-2 mal auf und es gibt immer noch Nächte in denen ich mich frage, dass er doch müde sein muss und warum er stundenlang wach sein muss. Aber es wird besser, dass versichere ich dir :)

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    1. Hey.

      Ich freue mich sehr von dir zu lesen. Ich habe jetzt grad erstmal statt Reismilch, Wasser genommen und bin gespannt was das kleine Nachtgespenst dazu sagt.

      Trotzdem glaube ich eigentlich nicht, dass es an der Reismilch liegt. Das ist ja nur Wasser mit Stärke. Vielleicht ist ihm Wasser trotzdem zu unattraktiv um oft danach zu verlangen. Schließlich schmeckt es nicht so lecker wie Reismilch.

      Ich bin gespannt und werde durchhalten. :)

      Liebste Grüße,

      Laura

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  4. Hallo Laura, am besten kann dir wahrscheinlich die Schlafberaterin helfen. Bei uns gab es aber immer wieder mal Phasen, in denen meine Kleine damals auch sehr oft die Flasche wollte. Ich habe dann nach einiger Zeit herausgefunden, dass aber gerade die, die ja eigentlich beim Einschlafen wieder geholfen hat, die Wurzel des Übels war. Die Kleine fand das so nett mit der leckeren Flasche und wollte die dann immer, um wieder gemütlich einzuschlafen. Ich habe mal gelesen, dass alle Menschen Nachts immer wieder kurz aufwachen (bis zu 20 Mal?) und dann wieder wegdösen (das hat wohl noch was mit den Gefahren der Urzeit zu tun), man kann sich da nur morgens nicht mehr daran erinnern, da es nur ganz kurz ist. Meine Kleine ist dann aber nicht einfach wieder weggedöst, sondern wollte dazu die Flasche. Abstellen konnte ich das, in dem ich die Milch in der Flasche immer weiter mit Wasser verdünnt habe, bis dann nur noch Wasser drin war. Und siehe da, auf einmal war die Flasche nicht mehr so lecker und erstrebenswert und man konnte wieder durchschlafen... Vielleicht hilft das bei euch ja auch? Drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass Paul bald wieder besser schläft! Liebe Grüße Karin

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    1. Hallo Karin.

      Danke erstmal für's Däumchen drücken. Da hast du recht. Babys wachen nachts ganz oft auf und kontrollieren unbewusst ob alles so ist wie es beim Einschlafen war. Fehlt z.B. die Flasche oder die Musik der Spieluhr, wird Alarm geschlagen.

      Da sich mein kleiner Mann leider so reinsteigert, bleibt mir aber nichts anderes übrig als ihm die Flasche zu geben. Vielleicht ist es aber auch nur meine "Bequemheit" - mir gruselt es einfach davor, Paul schreiend, mitten in der Nacht auf dem Arm zu halten, bis er sich so beruhigt hat. Da ist die schnelle Flasche einfach praktischer.

      Vielleicht müssen wir da echt durch. Schließlich ist "schreien lassen" nicht gleich "schreien lassen"!

      Liebe Grüße und Gute Nacht,

      Laura

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    2. Hi Laura, nee, für´s Schreiben lassen bin ich überhaupt nicht! Da hast du mich falsch verstanden. Ich habe einfach die Milch in der Flasche so lange mit Wasser verdünnt, bis nur noch Wasser drin war, das ist der Kleinen gar nicht aufgefallen und sie hat dadurch auch nicht mehr geweint als sonst. Als dann nur noch Wasser drin war, brauchte sie die Flasche nach kurzer Zeit nicht mehr. Hat mehrfach funktioniert, weil ich ihr wenn sie krank war immer wieder die Flasche nachts gegeben habe so oft sie wollte. Wenn sie dann wieder gesund war, habe ich die Flasche so wieder "abtrainert".

      Liebe Grüße Karin

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    3. Huhu Karin.

      Ich habe dich richtig verstanden. Das mit dem "Schreien lassen" war mein Gedanke. Darauf bezogen, dass Paul nach diesem "Aufwach-Überprüfen" immer nur weint und sich nur durch die Flasche beruhigen lässt. Ich glaube einfach, dass ich ihm die Flasche nur abgewöhnen kann, wenn ich ihn "schreien lasse" ihn dabei aber begleite und ihm das Gefühl vermitteln "Mama ist da." Deshalb auch "schreien lassen" ist nicht gleich "schreien lassen"

      Heute Nacht hat er nur Wasser bekommen und es war leider keine Veränderung zu sehen.

      Liebe Grüße und hab einen schönen Tag!

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  5. Ja das kann ich verstehen, dass ihr dann nicht andauernd aufstehen wollt, dann würde ich den kleinen auch lieber ins Familienbett holen.
    Oh man das ist schade das man nicht mit einem Finger schnips einfach die Schlafgewohnheiten ändern kann. ;)

    Ja wir haben wohl Glück ist ja eher selten das ein Kind 12-13 Stunden schläft. Ich lege ihn um 20.00 Uhr hin und er schläft dann meistens bis 7.00 Uhr dann mach ich ihm eine Flasche und geb sie ihm einfach nur ins Bettchen, er trinkt sie dann selber aus und dabei schläft er wieder ein. Meist so bis um 9.00 Uhr! Wir sind sone richtige Schlafmützenfamilie! ;) Schlafen alle so gern und lang! :) Hihi

    Bin gespannt was die Schlafberaterin sagt!
    Alles gute euch dreien!! :))

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  6. Liebe Laura,
    ich fuehle mit dir, sitze ich doch auch im selben Boot. B ei uns hat sich noch nicht viel veraendert :-(
    Einschlafen nur an der Brust, und dann alle paar Stunden wieder stillen. Im Moment ist er ganz schlimm am Zahnen :-( Rechts ist eine kleine Ecke von Eckzahn schon durch und beide voreren Backenzaehne muessten die Tage auch durchkommen. Ich hoffe das die restlichen 5 dann auch schnell kommen und es dann bergauf geht.
    Schlafen tut Lucas auch nur bei mir im Bett. Wir sind schon ins Gaestebett ausquartiert, da mein Mann durch das Schreien nicht schlafen konnte. Am August werde ich auch wieder arbeiten gehen. Und ich denke nach einem Monat muss ich auch Nacht- und Wochenenddienste machen. Meine Mama wird dann auf ihn aufpasen und ich bin gespannt wie es dann mit dem Schlafen klappt.

    Ich glaub immer mit Babys hat man entweder Glueck oder Pech was die Schlaferei angeht. Die Grosse war relativ unkompliziert und der Kleine jetzt halt nicht.
    Schreien lassen kommt fuer mich auch nicht in Frage.

    Ich hoffe die Schlafberaterin hat noch ein paar Tipps, und das es bald bergauf geht bei Euch.

    Liebe Gruesse,
    Katja

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    1. Liebe Katja.

      Das tut gut zu lesen. Ich bin gespannt wie es sich bei dir entwickelt. Oft lösen sich solche Probleme dann aber von alleine und Lucas wird merken, dass es bei Papa keine Milch gibt.

      Stillst du denn nur noch nachts? Oder auch tagsüber noch?

      Liebe Grüße,

      Laura

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    2. Ich stille jetzt nur noch nachts, und mittags zum Einschlafen. Ich hab mir jetzt selbst gesagt das ich stille bis die Zaehne alle durch sind, also bis auf die letzten 4, die kommen ja erst um das 2. LJ.
      Wollte nochmal was zum Dentinox sagen. Gestern hatte ich es auch benutzen muessen. Hab ja auf FB geschrieben das ich es nicht gerne nutze wegen den Inhaltsstoffen. Aber es hat gestern gar nix genuetzt. Hab ihm das Gel dann draufgemacht, schnell an die Brist angelegt und so ist er dann endlich eingeschlafen :-)
      Zahnen ist wirklich ein A...loch!

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Ich freue mich über Fragen, Anregungen und liebe Worte. ♥