Samstag, 13. April 2013

Seit drei Nächten...

...stille ich nicht mehr. Ich habe abgestillt. Einfach so. Ohne Salbeitee trinken, ohne Ausstreichen. Es war ein fließender Prozess.

Am Dienstag waren wir bei der Still- und Schlafberaterin, die mich in allem bestärkt hat. Ich war mir unsicher wie das mit dem Abstillen so funktioniert und wie viele Flaschen ich meinem Baby in der Nacht noch machen darf. 

"Dein Bauchgefühl wird dich schon leiten" hat sie gesagt. 

Die Unsicherheit, ob ich Paul zu viele Flaschen geben kann, hat sie mir direkt genommen. 

"Wenn dein Gefühl dir sagt, dein Sohn hat Hunger in der Nacht, dann wird das so sein. Du brauchst ihn nicht schreien lassen. Babys in dem Alter haben nur Bedürfnisse, die gestillt werden möchten. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, da wird er länger schlafen. Von Durchschlafen (in diesem Alter) spricht man sowieso von nur 5 (!!!) Stunden am Stück!" 

Das hat mich so glücklich gemacht, da ich genauso denke. Trotzdem tat es gut, das nochmal zu hören.

Normalerweise kann ich mich recht gut vor Fremden zusammen reißen, aber da half auch kein ruhiges Ein-und Ausatmen oder auf die Lippe beißen.
Natürlich bin ich direkt wieder in Tränen ausgebrochen, als ich sie auf meine starke Traurigkeit angesprochen habe.  
Aber alles völlig normal. Viele Frauen die abstillen, fühlen eine große unbeschreibliche Trauer. Es gehört zum ersten Loslassen. 
Mir hat das Gespräch sehr gut getan, auch wenn ich vieles wusste, fühlte ich mich bestärkt in meinem Handeln.

Am Mittwoch habe ich Paul das letzte Mal gestillt. Es war mir in dem Moment nicht klar, dass es das letzte Mal sein wird. Eigentlich hatte ich mir immer vorgenommen, diesen Moment besonders zu genießen, um mir den "Abschied" leichter zu machen. Aber das hätte mir glaube ich nicht gut getan.
Darauf die Nacht habe ich ihm ganz selbstverständlich eine Flasche gemacht. Da wusste ich, gestillt wird nicht mehr.
Sein Rhythmus hat sich sehr schnell geändert. Statt alle 1 1/2 - 2 Stunden schafft er jetzt zwischen 4 - 6 Stunden. Außerdem lässt er sich jetzt viel besser mit seinem "Nucki" beruhigen.



Ich bin so stolz auf uns Beide. Dass wir diesen großen Schritt zusammen geschafft haben.

Kommentare:

  1. Es freut mich, dass es dir mit deiner Entscheidung abzustillen nun wirklich gut geht. So muss es sein. Stillen soll schließlich für beide Seiten positiv sein und irgendwann kommt bei den meisten Mamas einfach der Moment, wo sie es nicht mehr möchte und dann ist es auch gut so.

    Meinen ersten Sohn habe ich mit neun Monaten abgestillt, genauso wie du als fließender Prozess. Allerdings kamen wir ohne Milchersatz aus, ihm reichte das normale Essen. Daher schlief er von da an durch. Auch bei euch wird das früher oder später so sein, keine Sorge. :)

    Lg
    Isa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bin mit 6 Stunden schon sehr glücklich. Aber es wird bestimmt immer besser. War dein Kleiner denn ein guter Esser? :)

      Danke für die lieben Worte Isa!

      Löschen
  2. Freut mich, dass bei euch auch alles so gut geklappt hat.
    Ich finde deine Emotionen spiegeln gut die - wie ich sie vom Lesen empfinde - enge Bindung zu deinem Sohn wieder!
    Du wirst sehen, jetzt kommen plötzlich ganz ungeahnte Freiheiten auf euch zu, genieß diese Phase des langsamen Loslassens!

    Liebe Grüße
    Saskia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hast du recht! Plane im Moment den Junggesellinnenabschied einer Freundin. Das wäre mit Dauerstillen gar nicht möglich gewesen. Auch wollen wir unseren Jahrestag mal zu zweit genießen, mal abwarten wie es klappt! :)

      Löschen
  3. Ich freu mich fuer Euch Beide das es so gut geklappt hat, und ich bin auch ein bisschen neidisch ;-)
    So langsam merke ich den Schlafentzug auch und ich waere froh wir wuerden auch bald eine Lösung finden. Lucas isst jetzt immer besser und manchmal glaube ich fast gar nicht das er Hunger haben kann. Ich habe aber auch nur Sophia als Vergleich und die war schon als Baby kein guter Esser.
    Wie hast du denn die Stillberaterin gefunden? Ueber die La Leche Liege? Ich glaube in meiner Hebammenpraxis ist eine Stillberaterin und ich glaube ich rufe sie mal an.
    Ich freue mich wirklich fuer Euch und geniesse jetzt deine freie Zeit.
    Viele liebe Gruesse, Katja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Katja, ich danke dir!
      Ihr werdet das auch zusammen schaffen. Habe meine Stillberaterin durch eine Pekip-Mama gefunden. Würde mich freuen wenn du mir weiter berichtest, wenn es Änderungen bei euch gibt!

      Liebe Grüße und eine ruhige Nacht,
      Laura

      Löschen
  4. Hallo Lauri,

    ich freu mich sehr dich über Insta gefunden zu haben...einen süßen Blog hast du <3
    Kann mich noch gut daran erinnern, das es bei der Krabbe ähnlich wie bei dir verlief...um den 10 Monat musste ich nachts immer öfter anlegen...total erschöpft rief ich einige Wochen später die Hebamme an und die riet mir, tagsüber mehr Mahlzeiten zu füttern und ihr die Brust abzugewöhnen...hat alles genauso gut funktioniert wie bei Euch!

    Liebe Grüße,
    Judith

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Judith! Freue mich das du den Blog gefunden hast.
      Es ist immer wieder schön zu hören, dass es auch anderen Mamas so geht. Oft hört man ja immer nur von den "Langschläferbabys". Wie alt ist deine Krabbe?

      Liebe Grüße und einen tollen Abend,
      Laura

      Löschen

Ich freue mich über Fragen, Anregungen und liebe Worte. ♥